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07.04.2020, 10:41 Uhr
Hilferuf darf nicht verstummen! Häusliche Gewalt in der Corona-Krise
Frauen Union Darmstadt-Dieburg fordert Gewaltenschutz als Teil der Pandemie-Pläne des Bundes

Geschlagen, bedroht, schutzlos? Da Frauen zurzeit durch Ausgangsbeschränkungen oder Quarantäne ihre Wohnungen kaum noch verlassen können und Hilfsangebote viel schlechter erreichbar sind, befürchten Experten hierzulande einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Übergriffe. Die Frauen Union Darmstadt-Dieburg teilt diese Sorge und fordert jetzt den Gewaltenschutz als Teil der Pandemie-Pläne des Bundes.

„Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Schulen, Home Office, Kurzarbeit, Zukunftsangst - uns allen ist bewusst, hier drohen Konflikte zu eskalieren, weil man sich im häuslichen Bereich nicht aus dem Weg gehen kann. Dazu sind viele Frauen vom Hilfesystem abgeschnitten. Zwar ist eine telefonische Beratung über das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" rund um die Uhr kostenlos unter der Rufnummer 08000-116016 möglich, doch wie soll man einen Hilferuf absenden, wenn der gewalttätige Partner mit in der Wohnung oder im Haus ist und ein unbeobachtetes Telefonieren nicht möglich macht. Beratungsstellen in Supermärkten oder Apotheken, in denen Betroffene unauffällig per Codewort die Polizei verständigen können wären nur zwei mögliche Maßnahmen. Es braucht jetzt jedenfalls schnelle Lösungen, alternative Schutzunterkünfte sowie alternative Beratungsstellen für Frauen. Aber vor allem braucht es uns alle, die wir für diese Not aufmerksam sind“, sagt Dr. Cornelia Lietz, Vorsitzende der Frauen Union Darmstadt-Dieburg.

Die engagierte Gemeinschaft für Frauen und Familien, zeigt sich besorgt darüber, dass Kinder und Frauen derzeit in ihrem Zuhause einem höheren Missbrauchsrisiko ausgesetzt sind als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Christdemokratinnen fordern daher, dass der Gewaltenschutz für Frauen ein Teil der Pandemie-Pläne des Bundes wird. Schließlich sichere das Sozialpaket die zusätzlichen Kosten der Frauenhilfeeinrichtungen und Beratungsstellen in dieser Krisenzeit nicht ab. Die Arbeit der Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser werde jedoch dringend gebraucht und müsse daher Unterstützung erfahren. „Wir von der Frauen Union Darmstadt-Dieburg sehen das als notwendige Maßnahme im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Es gibt in Deutschland nur zirka 350 Frauenhäuser. Diese Zufluchtsorte sind unverzichtbare Einrichtungen. Aktuell können die noch wenigen freien Plätze nur an Frauen ohne Corona typische Symptome gegeben werden, denn wenn ein Infektionsfall in einem Frauenhaus auftreten würde, bedeutet dies ein Aufnahmestopp für dieses Haus. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass es jederzeit ausreichend Plätze gibt und diese auch finanzieren, denn der Schutz von Frauen und ihren Kindern vor Gewalt in dieser Corona-Pandemie geht uns alle an“, erklärt Dr. Cornelia Lietz, Vorsitzende der Frauen Union Darmstadt-Dieburg, die Intention der Christdemokratinnen.